Teilausschnitt von Mina Mondlilie zum Thema Selbstbewusstsein

Die Sache mit dem Selbstbewusstsein

Einige von euch mögen denken, wer einen Blog im Internet führt und seine Gedanken und Gefühle der Öffentlichkeit aussetzt, muss ein stark ausgeprägtes Selbstbewusstsein haben. Schließlich muss der/die Autor/in mit Kritik, die einem zwangsläufig begegnet, umgehen können. Für viele Blogger mag das stimmen. Bei mir ist das etwas anders. Gerade weil ich oft zu wenig Selbstvertrauen habe, schreibe ich meine Posts und stelle sie ins Netz. Ich will mich anderen bewusst aussetzen, um zu lernen, mehr für mich und meine Überzeugungen einzustehen.

Viel zu häufig zensiere ich mich selbst, traue mich nicht alle Gedanken zu äußern, auch nicht, wenn sie mir wichtig sind. Ich möchte den Menschen in meinem Leben offen begegnen können. Meine ungefilterten Gedanken über die Welt sind dabei ein wichtiger Bestandteil. Doch wenn ich aus Angst vor Ablehnung meinen eigenen Kopf beschneide, wie sollen andere mich wirklich kennenlernen? Wie soll ich innerlich wachsen, wenn ich mich selbst klein halte? Wieso sollten meine Gedanken weniger wert sein als die anderer?

Wenn es um Menschen geht, die mir nahe sind, kann ich wie eine Löwin kämpfen. Gegen „Angreifer“ verteidige ich meine Freunde und Familie mit großem Elan. Von außen wirke ich in solchen Situationen sehr selbstsicher. Klar, ich weiß ja auch für wenn ich das tue. Doch wenn es zu mir selbst kommt, bin ich eine Zweiflerin. Meine Ideen finde ich oft belanglos. Nur vertrauten Personen gegenüber kann ich wichtige Gedanken, die mein Innenleben betreffen, äußern.

Das ist ein Problem. Besonders wenn man als Berufsziel Schriftstellerin auserkoren hat. Ob man will oder nicht, beim Schreiben gibt man immer etwas über sich preis. Auch wenn die Geschichten oberflächlich nichts mit einem persönlich zu tun zu haben scheinen, steckt eben doch immer der eigene Kopf und die eigene Weltsicht in den Figuren und dem Geschehen. Wenn man seine Geschichte dann nicht nur in die Hand von Verlagen gibt, sondern zwangsläufig auch dem Publikum zugänglich macht (schließlich schreibt man, damit andere es lesen), präsentiert man sich selbst auf einem Silbertablett. Wenn Leser oder Kritiker das eigen Werk zerreißen, kann das ein harter Schlag sein. Darauf muss man gefasst sein. Es darf einen nicht davon abhalten weiterzumachen. Ich bin mir nicht sicher, ob ich dem gewachsen bin.

Klammheimlich veröffentliche ich momentan meine Artikel auf meinem Blog. Dabei versuche ich möglichst nahe an mir dranzubleiben. Den wenigsten Freunden erzähle ich davon aus Angst vor Ablehnung. Das muss sich ändern. Ich bin davon überzeugt, dass man sich selbst lieben können muss, um eine ausgeglichenes und zufriedenes Leben zu führen. Deshalb möchte ich an mir und meiner Selbstliebe und meinem Selbstbewusstsein arbeiten.

Mein Blog ist nicht das einzige Projekt, an dem ich arbeite, aber mit Abstand das persönlichste. Ich merke zwar, dass es mir noch immer schwer fällt über mich selbst zu schreiben, aber ich werde besser. Was ich in meinen Posts über mich preisgebe ist nicht richtig oder falsch. Ich bin kein Fakt, den man widerlegen kann. Ich bin nur ich. So wie du eben du bist. Ich komme damit klar wie du bist. Also, sollte ich auch damit klar kommen, wie ich bin.

#mehrselbstbewusstseinfüralle

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