Die vier Künste von Alfons Mucha

Kunst: Die Schönheit bei Alfons Mucha

Kunst. Einer jener großen wagen Begriffe, die essentiell klingen, über dessen Bedeutung ich aber selten nachdenke. Kunst. Sie ist da, allgegenwärtig, oft ohne wahrgenommen zu werden. Kunst beschäftigt die Köpfe vieler Mensch, ist oft umstritten und manchmal ganz und gar nicht schön. Wobei ich das Gefühl habe, dass Menschen oft den Anspruch an die Kunst haben, dass sie schön sein muss. Aber ist das wirklich so? Und was ist Schönheit?

Der Zweck von Kunst ist nicht, ansprechend zu sein. Viele Kunstwerke zeigen abstoßende Dinge. Doch sind sie deshalb hässlich? Ich kann vielen Kunstrichtungen etwas Schönes abgewinnen, obwohl sie nicht den gegebenen Idealen entsprechen. Schönheit liegt für mich nicht nur einfach im Auge des Betrachters, sondern oft in der Bereitschaft sich auf etwas einzulassen, sich etwas Neuem zu öffnen.

Moderne Kunst, die vielleicht allein aus Formen und Farben (oder nicht einmal daraus) besteht, kann ebenso ein Gefühl in mir hervorrufen wie ein Klassiker der Renaissance. Wenn ein Kunstwerk mich in irgendeiner Weise erreicht, auch wenn es negative Emotionen hervorruft, finde ich das SCHÖN. Denn wenn ein Bild einen Weg in mein Inneres findet, hat es eine Wirkung. Wenn es mir nicht mehr aus dem Kopf geht, obwohl oberflächlich „nur“ Muster oder Farben zu erkennen sind, ist das ein wundervoller Vorgang. Die Schönheit eines Bildes liegt für mich also nicht in seiner Ästhetik, sondern eher in seiner Wirkung auf den Betrachter. Wobei ein Kunstwerk in mir eine Saite anschlagen kann und beim nächsten keinerlei Regung hervorruft. Das ist das Spannende an Kunst.

Bilder von Alfons Mucha

Dann sind da noch die ästhetischen Bilder, deren Zweck es ist, Menschen zu erfreuen. Das Auge soll geschmeichelt werden. Zu den Künstlern dieser Art zähle ich beispielsweise Alfons Mucha (1860-1939). Dieser herausragende Künstler des Jugendstils ist vor allem durch seine Werbeplakate berühmt geworden. Die Frauen, die oft Zentrum seiner Bilder sind, hüllen sich in lange, fließende Gewänder, nehmen graziöse, übernatürlich wirkende Haltungen ein und haben diese tiefe Eleganz, die ich am Jugendstil liebe. Dabei sind seine Damen aber nicht unrealistisch dünn verzehrt. Die weichen Rundungen ihrer Körper sind natürlich und ansprechend. Sie sind schön.

Ein weiterer Aspekt weshalb ich Kunstwerke von Alfons Mucha gern betrachte, liegt in der Inspiration, die von ihnen ausgeht. Er nimmt sich abstrakte Themen wie die vier Jahreszeiten, Edelsteine oder die vier Künste (Musik, Malerei, Poesie und Tanz) und personalisiert sie. Die Frau, die die Rolle des jeweiligen Konzepts einnimmt, ist umgeben von Symbolen des Konzepts. Dieser Wandeln von einer Idee zur Darstellung dessen Symbolik rührt mich. Es gibt in diesen Bildern immer wieder Kleinigkeiten zu entdecken, die mir bei vorheriger Betrachtung nicht aufgefallen waren. Daher sehe ich mich an den Kunstwerken Muchas nicht satt.

Lange hatte ich Kunstkalender von Jugendstil-Künstlern an der Wand. Doch auch wenn es andere ansprechende Kunst dieser Zeit gibt, komme ich immer wieder zu meinem persönlichen Meister zurück. Alfons Mucha ist für mich der unangefochtene Stern der Belle Époque und entfacht auch nach einem Jahrhundert noch immer die Flamme der Inspiration in mir.

Damit hat auch Alfons Muchas Kunst ihren Sinn oder Zweck. Es ist ein ästhetischer. Dieser ist keinesfalls unbedeutend und darf nicht unterschätzt werden. Dies heisst aber nicht, dass alle Kunst ästhetisch sein muss. Doch der Mensch braucht auch schöne, inspirierende Dinge. Sie wecken die Lust nach mehr und öffnen die Herzen für die Schönheit der Welt.

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