Das Cover des Sachbuchs "Coach dich selbst sonst coacht dich keiner"

Rezension: Coach dich selbst sonst coacht dich keiner

In kurzer Zeit ist dies meine vierte Rezension eines Sachbuches, welches sich mit der Auseinandersetzung des eigenen Potentials oder geschäftlichen Voraussetzungen zur beruflichen Weiterentwicklung beschäftigt. Nachdem ich mein Studium im letzten Jahr abgeschlossen habe, sind diese Bereiche für mich stark in den Vordergrund gerückt. Wie geht es mit mir beruflich weiter? Wo will ich hin? Was will ich tun?

Die vielen Fragen, die mir im Kopf herumschwirren, kann man sehr unterschiedlich bearbeiten. Coaching-Ansätze, bei denen ich durch gezielte Aufgaben und Hinweise herausfinden kann, was ich wirklich möchte, finde ich dabei am interessantesten. Wenn mir andere erklären, was ich zu tun habe, reagiere ich manchmal mit Ablehnung. Wenn ich mir selbst mein weiteres Vorgehen erarbeiten kann, fühlt sich das organischer an und ich bin motivierter, die Dinge in die Hand zu nehmen.

Nachdem ich mit „Das 4-Stunden Startup“ von Felix Plötz und „13 Dinge, die mental starke Menschen NICHT tun“ von Amy Morin nicht zufrieden war, hatte ich die Hoffnung mit „Coach dich selbst sonst coacht dich keiner“ von Talane Miedaner endlich einen Volltreffer gelandet zu haben.

Das 428 Seiten starke, 2009 im mvg-Verlag erschienene Werk bietet 101 kurze Kapitel mit klarer, einfacher Sprache, die sich allen Bereichen des Lebens widmen. Egal ob beruflich oder privat, das Coaching verspricht sich auf alle Bereiche positiv auszuwirken.

Das Buch fing sehr vielversprechend an. Talane Miedaner bot mir genaue Regeln, nach denen ich mich richten konnte, um Ziele für mich zu erfassen. Es gab Aufgaben Listen zu erstellen, um Zeitfresser in meinem Alltag zu entlarven und mir über schlechte Angewohnheiten klar zu werden. Ich dachte über positive Rituale nach, die ich zu meinem Ausgleich in meine Abläufe integrieren wollte. „Endlich!“ dachte ich. „Endlich gibt es ein wirkliches COACHING-Buch, mit dem ich auch etwas anfangen kann.“

Leider ging es mit dem Buch nicht so weiter. Nach etwa einem Viertel liefen diese konkreten Coaching-Aufgaben aus und die üblichen allgemeinen Beispiele, die mir von Felix Plötz und Amy Morin sehr bekannt vorkamen, nahmen ihren Platz ein. Mit jedem weiteren Kapitel stieg meine Frustration. Vieles von dem, was die Autorin schrieb, war vollkommen richtig. Nur vermisste ich den anfänglichen Coaching-Charakter, der mir so gut gefiel.

Ganz ausgestiegen bin ich dann bei der Vorstellung, das Universum sorge für mich. Ich bin zwar auch der Meinung, dass meine Art, wie ich durch die Welt gehe, die Chancen, die sich vor mir auftun, beeinflusst. Doch  glaubt man der Autorin, regelt das Universum alles, nachdem man Kleinigkeiten verändert. Irgendwann machte mich das ernsthaft aggressiv. Alle Fallbeispiele haben ein Happy End wie im Märchen. Bei weniger stabilen Lesern kann dadurch leicht der Eindruck entstehen, dass sich alles im Leben von allein löst. Nur weil ich einmal in der Woche ein Bad nehme und mich damit um mich selbst kümmere, werde ich noch nicht befördert oder finde den Traumpartner!

Solche „Versprechungen“ (auch wenn sie indirekt stattfinden) sind vollkommen überflüssig. Ich erwarte nicht, dass jeden Tag die Sonne scheint. Ich möchte „nur“ meine Chancen für positive Veränderungen erhöhen oder eine Vorstellung vom eigenen Potential erhalten. Eine Hilfestellung bei der Setzung und Erreichung meiner Ziele, ist mir genug. Doch dafür brauche ich eine realistische Einschätzung der Lage und keinen Feinstaub aus dem Universum.

Zur Beantwortung der beruflichen Fragen in meinem Kopf konnte „Coach dich selbst sonst coacht dich keiner“ von Talane Miedaner leider wenig beitragen. Meine Suche nach einer konkreten und realistischen Hilfestellung geht also in de nächste Runde.

#Lassdochdenscheißfeenstaub

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